Gemeinsame Zukunft

Bis 1993 war die Grenze zwischen Deutschland und Dänemark eine reale Grenze zwischen zwei Völkern und zwei Märkten. Heute gibt es die Grenzkontrollen nicht mehr und täglich pendeln zehntausende Menschen zwischen diesen beiden Ländern, ohne dabei näher über Nationalitäten, Politik oder Wirtschaft nachzudenken. Für die Bewohner der deutsch-dänischen Region ist es trotz unterschiedlicher Währungen und Nationalität völlig normal, sich auf beiden Seiten der Grenze frei zu bewegen und einkaufen zu gehen.

Trotzdem haben die Unternehmen und Organisationen in der deutsch-dänischen Region erst relativ spät das Potenzial einer grenzüberschreitenden Zusammenarbeit erkannt und begonnen, dies umzusetzen. Darum arbeiten immer noch zu wenig Akteure grenzüberschreitend zusammen. Wachstumschancen bieten beispielsweise die Bereiche Lebensmittel, Tourismus und Logistik.

„Das Wachstumszentrum – Erfolg für die deutsch-dänische Region“ wurde gegründet, um dies zu ändern und die mentalen Grenzen zwischen Unternehmen und Organisationen abzubauen. Wir vermitteln dabei Kooperationspartner zwischen der Region Syddanmark und dem nördlichen Schleswig-Holstein und zeigen Bereiche auf, in denen die deutsch-dänische Region in einer gemeinsamen Zukunft große Möglichkeiten hat.

Wir brauchen miteinander und füreinander

Es ist leicht, das südliche Dänemark und das nördliche Schleswig-Holstein als zwei Randbereiche ihrer Länder aufzufassen. Wenn wir jedoch die beiden Regionen als ein einheitliches Ganzes betrachten, dann ändert sich die
Perspektive plötzlich grundlegend zu einem neuen Markt mit Chancen für Entwicklung, Handel und Wachstum.

Schauen wir uns beispielsweise die Syddansk Universitet und die Universität Flensburg an – aus Sicht ihrer jeweiligen Hauptstädte wirken sie wie der äußerste Vorposten der Nation. Von oben gesehen gleichen sie jedoch einem wissenschaftlichen Zentrum mit zwei großen, nebeneinander liegenden Forschungszentren. Was könnten wir mit einer engeren Zusammenarbeit alles erreichen!

Das gilt für viele verschiedene Bereiche, wie z. B. erneuerbare Energien mit dem Schwerpunkt Biogas-Industrie. Auf deutscher Seite gibt es umfangreiches Wissen über kleine, lokale Anlagen, während die Dänen Experten für Großanlagen, Fernwärmenetze und Chemie der Biomasse sind. Wenn wir verstärkt zusammenarbeiten, können wir ein globales Wissens-zentrum für Biogas werden.

Mit dieser Sicht auf die deutsch-dänische Region werden wir in den kommenden Jahren zahlreiche Projekte und Initiativen ins Leben rufen, die über die Grenze reichen und Barrieren wie Sprache, Kultur und Organisation abbauen.

„Dänemark ist in Skandinavien und in der Ostseeregion der wichtigste politische und wirtschaftliche Partner Schleswig-Holsteins und diese Bedeutung wird durch die aktuelle Zusammenarbeit bestärkt. Dieses Projekt bringt die Region weiter und das Ziel heißt Wachstum. Es geht um die Beschaffung von noch mehr Arbeitsplätzen für die Region.“

Ministerpräsident von Schleswig-Holstein, Torsten Albig, deutscher Vorsitzender des politischen Lenkungsausschusses des Wachstumszentrums.

„Bei der Gestaltung einer gemeinsamen Wirtschaftsstrategie alle betreffenden Akteure der deutsch-dänischen Region vereinen zu können, ist an sich schon beeindruckend. Aber es ist auch notwendig. Wenn wir unseren Unternehmen gute Bedingungen, attraktive Arbeitsplätze und qualifizierte Mitarbeiter bieten wollen, führt der Weg dahin über die grenzüberschreitende Zusammenarbeit.“

Regionsvorsitzender Carl Holst, dänischer Vorsitzender des politischen Lenkungsausschusses des Wachstumszentrums.