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Bei Häfen und Schiffstransporten sollte stärker kooperiert werden!
Die logistischen Praktiker in der deutsch-dänischen Region sind sich einig: Auch bei Häfen, in der Frachtschifffahrt und bei Seetransporten sollte künftig noch viel stärker als bisher kooperiert werden. Diese Aussagen entsprechen Stärkenanalysen und Entwicklungslinien der Wachstumsregion hinsichtlich der angestrebten Verknüpfung landseitiger Logistik mit der maritimen Wirtschaft, wie vor allem der grenzübergreifenden Hafen-Zusammenarbeit.
Schon jetzt strahlt die vor zwei Jahren gegründete Hafenkooperation der schleswig-holsteinischen Offshore-Nordseehäfen bis nach Römö aus, wo ebenfalls ein Offshore-Hafen gebaut wird, sagt Peter Klarmann, der einer von drei nebenamtlichen Geschäftsführern der Rendsburg Port Authority GmbH (RPA GmbH) ist. Der neue Rendsburger Hafen am Nord-Ostsee-Kanal betreibt aktiv eine grenzüberschreitende Akquise.
Offshore ist zum Teil wegweisend, macht auch Mogens Therkelsen deutlich. Der Seniorchef des international agierenden Frachtunternehmens H. P. Therkelsen aus Padborg: „Ich bin sicher, dass die Kooperation von deutschen und dänischen Firmen weiter ausgebaut werden kann, gerade hier in der Region“. So ist der Hafen in Rømø „ein Zukunftsthema“. Therkelsen sieht „eine gute Grundlage für die Einführung von Roll-on/Roll-off-Trailersystemen zwischen Rømø und norddeutschen sowie niederländischen Häfen. „Das ist nicht nur unter dem Aspekt steigender Maut-Gebühren, sondern auch im Hinblick auf die Belastung der Straßen sinnvoll!“ Deshalb wäre es auch „eine nur zu natürliche Angelegenheit“, wenn sich deutsche und dänische Spediteure mit Zielsetzung einer Roll-on/Roll-off-Route an der Ost- und an der Westküste zusammenschließen würden, plädierte Mogens Therkelsen. Einschränkend meinte er aber, dass es einer Verhaltensänderung der Transport-Nachfrager bedürfe, „um die Schifffahrt im Rahmen des gesamten Transportgefüges attraktiver zu machen“. Denn für die See- und Wasserwege gelte noch nicht die von der Straße gewohnte Flexibilität und Schnelligkeit. Das zu ändern, wäre vielleicht eine Frage veränderter Disponierung und Lagerhaltung.
Die RPA GmbH ist der Eigentümer des neuen Rendsburger Frachthafens und damit auch federführend für das Gesamtprojekt. Durch einen Konzessionsvertrag hat die RPA den Hafenbetrieb seit Februar 2012 der Firma Rendsburg Port GmbH übertragen, die für die Vermarktung des Hafens und die Abwicklung der Umschlagstätigkeit zuständig ist. Nach Angaben von RPA-Mitgeschäftsführer Klarmann wurden von 2009 bis Mitte 2012 für den Bau des Hafens, die Erschließungsstraße, für Grunderwerb, Planung und die Anschaffung der notwendigen Suprastruktur (u. a. zwei Hafenmobilkräne) insgesamt rund 30 Millionen Euro investiert.
Klarmann: „Sehr wichtig sind die Produktionsbetriebe, die sich durch die neue Hafeninfrastruktur auf den nahe gelegenen Gewerbeflächen ansiedeln.“ So errichtet ein Unternehmen auf einer Fläche von acht Hektar eine Produktionsstätte für den Bau von Hybridtürmen für Onshore-Windkraftanlagen, die ab 2013 zunächst 150, später 200 Mitarbeiter beschäftigen wird. Auch hat die Firma REpower bereits ihr Forschungs- und Entwicklungszentrum (TechCenter) mit 500 Mitarbeitern direkt neben dem Hafen platziert. Von hier aus werden via Satellit alle rund 2.000 weltweit von REpower betriebenen WKA überwacht.
Der Hafen soll ab 2016 aus der Verlustzone kommen und schwarze Zahlen schreiben. „Das ist jedoch eine sehr vorsichtige Prognose“, sagt Peter Klarmann. Der neue Hafen soll als „ein leistungsstarker Schwerlasthafen genutzt werden, doch daneben rechnen wir auch mit geringen bis mittleren Anteil an Containerumschlag.“ Das bedeutet, dass das Hauptaugenmerk des Umschlags auf schweren Gütern wie WKA-Komponenten für On- als auch Offshore liegt. Zum Zwischenlagern von großen WKA-Teilen wird noch 2012 eine 1,5 Hektar große südlich an den Hafen grenzende Fläche schwerlastfähig gepflastert. Klarmann: „Für weitere Firmen mit großem Flächenbedarf, deren Produkte vorwiegend über den Hafen verschifft werden, beginnen wir mit der Erschließung eines etwa 50 Hektar großen Gewerbegebietes, das schon durch eine 800 Meter lange schwerlastfähige Straße direkt mit dem neuen Hafen verbunden wurde.“
Zurückhaltend äußerte sich Mogens Therkelsen zum Rendsburg Port: „Für uns sind derzeit noch Lübeck und Kiel in der Region Schleswig/ Sønderjylland die größten und attraktivsten Häfen für internationale Aktivitäten.“ Darüber hinaus spielten Fredericia und Aarhus eine Rolle beim Containerbetrieb. Sehr wohl aber werde aufgrund der bekannten Prognosen zum Güterwachstum in den kommenden Jahren sowohl der regionale Schiffsverkehr (Shortsea Shipping) als auch der Überseeverkehr stärker in den Fokus geraten. „Deshalb wird es selbstverständlich auch auf diesem Gebiet eine starke deutsch-dänische Kooperation geben.“ Denn in Zukunft werde „jede Form von Transport – also auf der Straße, mit der Eisenbahn oder mit dem Schiff - ein Teil des gesamten Transportgefüges sein, weil das Straßennetz allein die Volumina nicht mehr bewältigen können.“
Text: Friedhelm Caspari, Bildquelle: Wirtschaftsförderungsgesellschaft Rendsburg-Eckernförde mbH
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